Vorwort: Dies ist mein erster Beitrag, der zur Aufbereitung der Vorlesung “Daten- und Prozessmodellierung” vom Lehrbeauftragten Erwin Bauer dient. Dabei wird ein kleiner Einstieg in das Thema des Modells geliefert. In den nächsten Beiträgen wird dann konkret auf die Themen “Datenmodellierung” und “Prozessmodellierung” eingegangen.
Grundbegriff “Modell”
Zunächst einmal hat der Begriff “Modell” sehr viele Bedeutungen wie z.B. “Vorbild”, “Darstellung”, “Abstraktion” und “Symbol”. Einige dieser Bedeutungen wiedersprechen sich sogar wie “Abstraktion” und “Konkretisierung”. Modellierung bedeutet im Prinzip nichts anderes, als die Überführung von einem Realitäts-Abschnittes in ein logischen und am besten leicht verständliches, strukturiertes Modell. Dabei erfolgt die Modellierung durch eine Reihe mentaler Prozesse, die durch den Menschen durchgeführt werden. Zu diesen Prozessen gehören: Abstraktion, Verbalisierung, Strukturierung, Modularisierung, Diskretisierung und die Approximation.
Wichtig ist das die Modellierung immer einen bestimmten Zweck verfolgt und sich damit immer auf einen bestimmten Aspekt der Realität bezieht. Dabei werden unwichtige Informationen weggelassen und wichtige Informationen entsprechend hervorgehoben.
Beispiele für Modelle:
- konkrete Modelle: Modell eines Bauwerkes oder ein Modell einer Datenbank.
- nicht greifbare Modelle: Die Erde als Scheibe oder der Himmel als Glocke.
Modelle können dabei verschieden dargestellt werden. Zum einen gibt es grafische / bildliche Darstellungsformen wie z.B. Diagramme, dann gibt es verbale Darstellung in Form von Text oder gesprochenen Worten und letztendlich gibt es die formale Darstellung z.B. mathematische Formeln.
Der Vorgang der Modellierung
Zunächst einmal sollte gut zugehört werden, dann sollte die Sachlage verstanden werden, danach wird z.B. das Unternehmen als Modell dargestellt, um sich dann wieder die Sachlage erklären zu lassen. Dieser Vorgang wiederholt sich einige male und spricht dafür, dass ein Modell gut abgesprochen werden sollte. Erst nachdem alle Fehler beseitigt sind, sollte das Modell letztendlich konstruiert und vom Auftraggeber verifiziert werden.
Unternehmensmodellierung
Bei der Unternehmensmodellierung sollen die Vorgänge und Sachverhalte innerhalb eines Unternehmens deutlich dargestellt werden. Dies ist die Vorraussetzung für eine IT-Technische Realisierung und die Schaffung von Klarheit über die Struktur und Funktionsweise eines Unternehmens. Dabei sollte man vor der Modellierung möglichst viele Fakten sammeln – zu diesen gehören z.B. Zielgruppe, Objekte, erwünschte Detailtreue und Darstellungsform. Zu den bekannten Modellierungformen zählen z.B. ER-Modelle, eEPK (elektrische Ereignis-Prozess-Ketten), Funktionsmodelle und Datenflussmodelle.
- Datenaspekte – Unterscheidung zwischen Stammdaten (verändern sich nur selten) und Bewegungsdaten (verändern sich oft).
- Funktionale Aspekte – modellierung von Funktionen (eine klare Aufgabe wie z.B. “Rechnung schreiben”), Prozessen (werden durch ein Ereignis ausgelöst und es entsteht eine Folge von Aktivitäten) und Ereignissen (Auslöser für Prozesse z.B.)
- Organisationsaspekte – Personen, Rollen, Organisationseinheiten und Positionen sollten in einem Modell mit eingeschlossen werden.
Sechs Prinzipien für eine erfolgreiche Datenmodellierung
- Modelliere simpel, aber denke möglichst kompliziert.
- bleibe auf dem Boden – starte einfach und “füge” hinzu.
- vermeide Mega-Modelle.
- benutze Metaphern, Analogien usw.
- verliebe dich nicht in deine Daten.
- modellieren heißt sich “durcharbeiten”
- in Anlehnung an Michael Pidd – “Just Modeling Through”
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Das war der Anfang für diese Woche, in der nächsten Woche behandeln wir dann ER-Modelle und damit verbunden Beziehungen zwischen Daten.


Sofern Du es aber dennoch durchhälst — und dann auch noch in diesem Stil — ziehe ich gesenkten Hauptes den Hut vor Dir!!!!
Klingt nach einer Wette die ich annehme