Erfolgsfaktoren der Internetökonomie


21.03.10 Kategorie Studium von

In diesem letzten Kapitel der Internetökonomie werden wir uns mit 8 Erfolgsfaktoren befassen, die jedes Internet-Unternehmen verinnerlicht haben sollte. Dabei kann man eine klare Grenze zwischen kundenorientierten Erfolgsfaktoren (z.B. genaues Social-Targeting) und anbieterorientierten Erfolgsfaktoren (z.B. einhalten von Sicherheitsstandards) ziehen.

1. Shop-Attraction and Selling-Proposition

Im Wettbewerb ist es von Vorteil ein Alleinstellungsmerkmal inne zu haben. Das gilt auch im Internet und daher sollte man sich besonders um ein Kernsortiment kümmern. Das heißt um Produkte die es am besten nur in Ihrem Shop zu kaufen gibt. Daneben sollten Artikelbeschreibungen und Bilder von hoher Qualität sein -> Shop-Usability. Wie auch um Brand-Pflege / Brand-Building sollte sich gekümmert werden!

Es gibt in diesem Zusammenhang die Killer-Differenzierungsfaktoren:

  • Killer-Preis: Ein besonders günstiger Preis. Bestes Beispiel: Discounter Aldi.
  • Killer-Produkt: Ein besonderes Produkt. Beispiel: Apple Macbook. (Hard Facts)
  • Killer-Feature: Ein besonderes Erlebnis während des Einkaufs z.B. spezielle Sortierfunktionen oder ein Preisvergleich. (Soft Fact)
  • Killer-Service: Direkte und professionelle Beratung z.B. ein Live-Chat während des Einkaufs. (Soft Fact)
2. Social Targeting and Societing

Es sollte von Anfang an festgelegt werden, welche Zielgruppe der Onlineshop genau ansprechen möchte (Nutzertopologien). Dann sollten alle Aktivitäten den Bedürfnissen dieser Zielgruppe angepasst werden. Der Aufbau einer Community (Forum, Blog) neben dem Onlineshop hilft dabei, an kostenloses Kunden-Feedback und Verbesserungsvorschläge zu kommen. Zudem bindet die Community, den Konsumenten an den Onlineshop und im besten Fall werden Teilnehmer der Community zu Werbern.

3. Service- and Search-Solutions

Unter diesem Punkt kann man zum einen die Shop-Usability und zum anderen das Service-Angebot rund um den Online-Shop verstehen. Ziel sollte es sein, dem Kunden einen möglichst übersichtlichen Shop mit vielen Hilfsfunktionen anzubieten.

Übliche Usability Probleme:

  • Popups und Layer-Ads
  • Einschränkung von Browserfunktionen (Zurück-Button/rechte Maustaste sperren)
  • Öffnung von neuen Browserfenstern
  • Flash-Inhalte, zu viele Animationen, Musik
  • Leere Seiten, Seiten mit mangelhaften Informationen – auch fatal: Zu viele Informationen (Informationsüberflutung)
  • Links werden nicht als Links wahrgenommen (Hover Funktion, Unterstreichung)

Übliche Service Solutions:

  • FAQ-Listen
  • Produktvorschläge / Bestsellerlisten
  • Rezensionen, Kundenmeinungen, Kundenbewertungen
  • Produktvergleiche, Produkttests, Expertenmeinungen

Interaktive Service Solutions:

  • Blogs
  • Foren
  • Wikis
  • Chats
  • Hotlines
  • Email-Kontaktformulare
4. Singularity-Personalization and –Customization

Grundidee: Jeden Kunden individuell und persönlich zu beraten. Durch die Technologie des Internets ist dies kein Problem mehr (Kundentargeting). Trend zu One-to-One Marketing.

5. System- and Supply-Chain-Excellence

Bei diesem Erfolgsfaktor gilt es die komplette Supply-Chain möglichst zu automatisieren und somit Kosten zu sparen, ohne an Qualität zu verlieren. Es gilt schnelle und effektive Arbeitsabläufe einzuführen, sowie die Durchlaufzeiten zu minimieren. Nachhaltiges Komplexitätsmanagement ist ein Stichwort in diesem Zusammenhang.

6. Security-Standard and –Reputation

Viele Endverbraucher haben immer noch Angst davor etwas im Internet einzukaufen. Diese Menschen halten Angebote im Internet für unseriös und gehen lieber in Offline-Läden, in denen sie in der Regel mehr bezahlen, aber eine gewisse Sicherheit durch den persönlichen Kontakt bekommen. Bei diesem Erfolgsfaktor geht es darum die externe Seriosität zu erhöhen und Vertrauen aufzubauen. Ein glücklicher Kunde kommt nämlich wieder! Sichergestellt werden sollen insbesondere: Datenschutz, AGB, Bezahlsicherheiten und gesetzliche Rahmenbedingungen.

Einflussgrößen auf das wahrgenommene Risiko

  • Personenbezogen: Online-Kauferfahrung, Internet-Affilität, Selbstvertrauen und Soziodemographika.
  • Produktbezogen: Preis, Alter und Komplexität.
  • Situationsbezogen: Verwendungszweck, Zeitrahmen und Einkaufsmodus.
7. Supplement- and Support-Channel-Strategy

Über welche Kanäle möchte ich mein Produkt verkaufen? Fahre ich die Single-Channel oder die Multi-Channel Strategie? – Wichtige Fragen und oft ist die Multi-Channel Strategie der richtige Weg. Daher der Verkauf von Waren sowohl online, als auch offline – mit den jeweiligen Vor- und Nachteilen. Unternehmen die beide Strategien kombinieren, haben langfristig einen strategischen Vorteil gegenüber ihren Konkurrenten (Otto hatte einen Vorteil gegenüber Quelle, Quelle ist nun Konkurs).

Außerdem bietet die Multichannel-Strategie den Kunden einen Mehrwert – der Gesamtnutzen steigt, wenn der Kunde sich seine Einkaufsmöglichkeit aussuchen darf (Channel-Hopping). Diese Möglichkeit macht Kunden zu loyalen Dauerkunden.

8. Sourcing-Concept and Strategic-Alliances

Grundprinzip: Ein gesparter Euro im Einkauf, ist ein Euro mehr Gewinn. Daher sollte möglichst zielgenau und strategisch eingekauft werden, um Kosten zu reduzieren.

Logistik-Outsourcing-Entscheidung im Online-Handel

Es gibt zwei Faktoren: Differenzierung durch Logistikstrategie und die Verfügbarkeit von kompetenten Logistikdienstleistern.

  1. Kernkompetenz: Keine Logistik Dienstleister und hohe Differenzierungstrate.
  2. Eigenvertrieb: Keine Dienstleistung, niedrige Differenzierungsrate.
  3. Einzelfallentscheidung: Viele Logistik Dienstleistung und hohe Differenzierung.
  4. Rand-Kompetenz-Outsourcing: Viele Logistik Dienstleiser und keine Differenzierung.

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Das war der letzte Teil und ich hoffe die wichtigen Informationen sind auch rüber gekommen. Ob mir das Schreiben lerntechnisch etwas gebracht hat, dass werde ich euch morgen nach der Prüfung in meinem Fazit erzählen. Alle Artikel werden übrigens im ersten Posting verlinkt.



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