Vorwort: In diesem Beitrag behandele ich die Vorlesung zu Kosten- und Leistungsrechnung der letzten Woche und gehe darüber hinaus, noch etwas tiefer ins Thema. Allerdings werden, wie in den ersten Postings immer, nur die Grundlagen behandelt.
Gründe für die Kosten-/Erlösrechnung
- Wettbewerbsdruck – früher bzw. vor dem zweiten Weltkrieg, konnte der Verkäufer seinen Preis unabhängig bestimmen. Es war einfach nur wenig Konkurrenz vorhanden und der Kunde war gezwungen einzukaufen. Heutzutage muss man sich an den Markt richten und trotzdem Gewinn machen.
- Komplexität der Leistungsrechnung – bei kleinen Unternehmen darf man auf die Kosten-/Erlösrechnung verzichten, sofern man das Unternehmen im Griff hat und jeden Geschäftsprozess kennt. Bei größeren Unternehmen mit einer gewissen Komplexität und Intransparenz, muss man geldmäßige Informationen aufzeichnen und mit diesen arbeiten.
- Umweltdynamik – heutzutage gibt es viele Umweltveränderungen wie der Markteintritt von neuer Konkurrenz, Gesetze oder neue Technologien. Aus diesem Grund muss man sich als Unternehmen an Umweltveränderungen anpassen und dabei hilft die KLR. Mit dieser kann man nämlich zeitnah sehen, welche Produkte sich nicht mehr lohnen.
- Kontrollnotwendigkeit – man sollte nicht nur die Umsatzzahlen, sondern auch die anderen Geldströme kontrollieren, um letztendlich zu optimieren. Als Unternehmer kann man sich im Endeffekt immer die folgende Frage stellen:”Hätte mein Unternehmen noch erfolgreicher agieren können?”
- Produktdifferenzierung – in klassischen Unternehmen werden mehrere Produkte hergestellt und letztendlich weiß niemand wirklich, welches Produkt Profit macht und welches am besten nicht mehr produziert werden sollte. Mit der KLR kann man das Unternehmen insgesamt profitabler gestalten.
- Planung – mit der Kostenrechnung kann man in die Zukunft schauen.
Fazit: Heute wird vom einem Unternehmen Wirtschaftlichkeit erwartet und aus diesem Grund sollte ein Unternehmer ohne Steuerungsinformationen nicht handeln. Es wird eine optimierte Wirtschaftlichkeit gefordert und damit ist das Controlling, ein Erfolgsfaktor in einem modernen Unternehmen. Man sollte aber beachten, dass eine Optimierung der Wirtschaftlichkeit, nicht sofort zur einer Gewinnmaximierung führt – vielmehr werden alle Unternehmensziele wie z.B. Umweltbewusstsein und Personalmanagement erreicht.
Exkurs: Grundmodell einer Unternehmung
Für die nachfolgenden Themen müssen wir das Unternehmen im theoretischen Sinne betrachten. Dazu werden einige Begriffe erläutert und das Grundprinzip aufgezeigt.
Ein Unternehmen steht zwischen Beschaffungsmarkt und Absatzmarkt. Dabei übernimmt das Unternehmen, die Aufgabe ein bestimmtes Gut auf dem Beschaffungsmarkt einzukaufen, dieses zu transformieren (durch den Einsatz von Betriebsmitteln) und letztendlich auf dem Absatzmarkt gewinnbringend zu verkaufen. Diesen Vorgang bezeichnet man als “Güterstrom” und wurde von mir jetzt stark vereinfacht.
Leider sieht es in der Realität etwas komplexer aus, denn um z.B. Einkaufsrabatte zu erzielen müssen große Mengen von Gütern eingekauft werden, die dann letztendlich gelagert werden müssen. Dabei entstehen, bei der Produktion meist, Halbfertigfabrikate, die in sogenannten Halbfabriklagern zwischengelagert werden, um dann anschließend in eine weitere Produktion einfließen zu können. Verkauft werden letztendlich nur die Fertigprodukte (zumindest in der Theorie).
Zudem gibt es noch “selbst erstellte Erzeugnisse” oder “rückläufige Güterströme” – das sind all diejenigen Erzeugnisse, die nicht verkauft sondern für Unternehmensinterne-Prozesse produziert werden z.B. spezielle Schrauben oder Maschinen.
Aufwendungen, Kosten, Erlöse, Geldstrom, Kapitalmarkt
Im folgenden werden einige Grundbegriffe geklärt:
- Kosten/Aufwand = bewerteter Güterverzehr / Verzehr von Produktionsfaktoren.
- Erlöse/Erträge = bewertete Güterentstehung, die auftritt wenn neue Güter aus einem Kombinationsprozess enstehen.
- Geldstrom = gegenläufig zum Güterstrom, verläuft in einem Unternehmen der Geldstrom. Diese Zahlungen kommen direkt von Kunden und erhöhen die liquiden Mittel eines Unternehmens.
- Kapitalmarkt = ein Unternehmen kauft die benötigten Waren für die Produktion bei einem Zulieferer – bezahlt die Ware bzw. nimmt einen Kredit auf und erst wenn die Produktion abgeschlossen ist und der Endkunde der Ware bezahlt hat, können diese Schulden zurück bezahlt werden.
- Forderungen = wenn Ware nicht sofort nach der Lieferung bezahlt wird entstehen Forderungen / Verbindlichkeit – somit eine gewisse Schuld beim Gläubiger.
Kapitalmarkt im Detail
Man unterscheidet im Prinzip zwischen zwei Geldströmen, den Einzahlungen:
- durch Eigenkapital z.B. durch einen neuen Gesellschafter, der einen Geldbetrag in das Unternehmen investiert.
- durch Fremdkapital z.B. durch die Aufnahme eines Darlehens bei einer Bank
und den Auszahlungen:
- Darlehensrückzahlung
- Kapitalherabsetzung
- Zahlung von Zinsen
- Zahlung von Dividenden bzw. Gewinnausschüttung

