Prinzipien der Internetökonomie


20.03.10 Kategorie Studium von

Im Internet, wie auch in vielen anderen Bereichen des Lebens, gibt es Produkte – welche man als Netzprodukte bezeichnet. Das sind Produkte, die nur einen Nutzen haben, wenn auch viele Endverbraucher dieses Produkt benutzen (Eintritt von Netzeffekten). Zum Beispiel würde Twitter keinen Spaß machen, wenn nur 100 Leute auf dieser Plattform aktiv wären. Damit steigert sich die Attraktivität des Produkts durch jeden weiteren Teilnehmer. Allgemein wird zwischen direkten und indirekten Netzeffekten unterschieden. Direkte Netzeffekte treten beim Twitter-Beispiel auf – jeder neue User verbessert das Produkt direkt durch seine Anwesenheit. Indirekte Effekte benutzen Plattformen, wie z.B. das Apple iPhone – wenn es dem Appstore gelingt möglichst viele und wertvolle Apps zur Verfügung zu stellen, dann wird Apple auch mehr Kunden gewinnen.

Hauptziel von Internetprojekten: Das schnelle erreichen der kritischen Masse (möglichst viele Kunden an ein Produkt binden), um Standards setzen zu können und somit den Markt zu kontrollieren – bestes Beispiel: Microsoft Windows hat eine gewisse Macht, weil es sehr viele Menschen benutzen und es folgen noch mehr Menschen, um nicht vom Markt abgeschnitten zu sein. Die Hürde um die kritische Masse zu erreichen ist dabei variabel – manche Produkte benötigen nur 100 Kunden, andere wiederum benötigen Millionen Teilnehmer.

Wichtig in der ersten Phase ist der Aufbau von Vertrauen und Lock-In-Effekten, in diese Kategorie fallen z.B. Brand-Building, guter Service oder Usability. Besonders bei der Gestaltung von Onlineshops sollte man großen Wert auf die Usability legen! Außerdem sind zusätzliche Angebote, wie z.B. ein Free-SMS Service (ein Lock-In-Effekt) von Vorteil um Kunden dauerhaft an sich zu binden.

Mit der Internetökonomie haben sich auch neue Ertrags- und Geschäftsmodelle gebildet. Eines das besonders heraus sticht wird als „Follow-the-Free“ bezeichnet und ich finde, dass XING das beste Beispiel für dieses Modell ist. Bei XING gab es anfangs gratis Accounts ohne Einschränkungen, bis die kritische Masse erreicht wurde, dann kamen weitere Funktionen hinzu + monatliche Gebühren. Mittlerweile muss jeder User, der z.B. die Suchfunktion richtig benutzen  möchte ein Premium-Mitglied sein. Daher besteht das „Follow-the-Free“-Konzept aus folgenden Schritten: Biete ein Produkt kostenlos an / ohne aufdringliche Werbung etc. und wenn die kritische Masse erreicht ist, dann kann Werbung geschaltet werden oder Gebühren verlangt werden.

Um anfangs kostenlosen Service bzw. ein kostenloses Produkt anbieten zu können ist es wichtig seine Kosten möglichst niedrig zu halten. Die Programmierung von XING hat sicherlich einiges gekostet, aber jeder weitere Nutzer ist nur ein weiterer Eintrag in der Datenbank und somit im Prinzip kostenlos. Damit kommen wir zum letzten Prinzip: Gegen 0 gehende Grenzkosten. Grenzkosten sind – BWL klassisch – Kosten die anfallen, wenn eine zusätzliche Einheit produziert wird. Zum Beispiel erzeugt jedes angefertigte Auto Variable-Kosten, ein Eintrag in einer MySQL-Datenbank kostet nahezu nichts.

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So viel zum Thema “Prinzipien der Internetökonomie” im nächsten Artikel geht es dann an die “Grundlagen der Internetökonomie”. In diesem Artikel werden dann Marketeintrittsstrategien, Wettbewerbsstrategien und die 4 Ps des Marketings behandelt.



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